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| Leserbriefe: Das Internet ist eine anonyme Sache. Und die Zuschriften enthalten meist keinen Hinweis, ob eine Veröffentlichung erwünscht ist. Ich möchte aber dennoch einige zitieren und habe alle Namen entfernt. Wenn jemand dennoch seinen Brief wiedererkennt und darüber erbost ist - email genügt und ich entferne die betreffenden Zeilen.
Hans Mustername aus Hanshausen:Ich finde Ihre Ausführungen hilfreich/sinnlos/informativ/völlig daneben/...
Von Dr.Diehl aus München:
Schon lange suche ich nähere Informationen über Morbus Pick und schaue regelmässig im Internet nach. Heute Morgen bin ich zufällig auf Ihre Seite gestossen.
Es ist einfach unglaublich. Sie beschreiben genau den Zustand von meinem Vater. Er hat Jahrgang '42 und seit Juli
2001 wissen wir, dass er an Morbus Pick leidet.
(Pet-Untersuchung am Max-Planck-Institut Köln). Wie für Ihre Familie ist es auch für uns sehr schwierig diese
Krankheit zu akzeptieren. Mein Vater war Inhaber eines mittelständigen Installationsbetriebes. Also Handwerker mit Leib und Seele. Meine Mutter war nicht mit
im Geschäft, deswegen hat es lange gedauert bis wir begriffen, dass mit Papa etwas nicht stimmt. Schlussendlich hat er durch die Krankheit und ihre Folgen
alles verloren.
Ich lebe seit 10 Jahren in der Schweiz. Meine Mutter ist mit ihm allein. Wir telefonieren aber mehrmals täglich
miteinander. Sie hat mir eben befohlen ;-), mich mit Ihnen in Verbindung zu setzen. Vielleicht könnte es unseren Müttern helfen, telefonisch Kontakt
miteinander aufzunehmen. Was halten Sie davon?? Wir sind normale, nette Leute!!! :-)
Haben wir gemacht und es tat den Müttern (glaube ich) gut. Wer mich anschreibt, kann auch meine Telefonnummer bekommen. Obwohl ich schriftlich informativer bin als am Telefon. Aber möglicherweise kann man die betroffenen Angehörigen zusammenbringen, vielleicht wohnen Sie ja "nebeneinander" ? Bei mir laufen so einige Zuschriften ein.
Guten Tag aus Berlin,
Vielleicht liege ich völlig falsch, dann bitte ich um Entschuldigung. Das PET schafft auf jeden Fall Klarheit, ist aber auch eine teure Angelegenheit. Mittlerweile gibt es PET in einigen großen Städten (mir bekannt in Dresden, München, Freiburg, Köln). In Berlin bestimmt auch --> fragen Sie in den Uni-Kliniken. Aber trotzdem hier eine Warnung: Viele Symptome aus der Frühphase der Krankheit passen auch auf andere Demenzen oder auch auf Depressionen oder ganz normale Alterserscheinungen. Lassen Sie das Fachleute untersuchen. Ich habe zwar einige Male auf diesen Seiten gegen die Ärzte gewettert. Aber trotzdem ersetzt das Internet nicht die Ärzte.
Lieber Autor,
ich möchte Ihnen mitteilen, das ich in jeder Hinsicht sehr positiv von Ihrer Homepage angetan war.
Ich bin selber Tochter eines dementen Vaters und weiß, wieviel Zeit für das Betreuen eines angehörigen nötig ist,
egal ob er zuhause gepflegt wird oder in einer Einrichtung. Umso erstaunlicher ist die gelungene Homepage. Ich wünsche Ihnen regen Austausch von ebenfalls
Betroffenen, zu denen ich in diesem speziellen Fall nicht gehöre.
Danke!
Guten Tag Da fühlt man sich wütend, verarscht und machtlos. Hier klingt es schon recht extrem, aber so ähnlich geht es vielen pflegenden Angehörigen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie ausdauernd und kämferisch sind. Und vielleicht auch ein wenig Glück, dass Sie bei den Behörden auch einmal offene Ohren finden.
Guten Tag, Es ist schon verrückt, wenn man den Arzt erst über die Krankheit aufklären soll. Kurios, aber ich fühle mich ertappt, dies ist ja u.a. auch ein Zweck dieser Website. Unter Diskussion sind alle Links und Empfehlungen aufgezählt, die ich kenne. Selbsthilfegruppen speziell für Morbus Pick sind schwer zu gründen, weil die Krankheit zu selten ist, als dass sich in einer Stadt genug Betroffene finden, die sich auch noch regelmäßig treffen wollen. Aber es macht Sinn, mal die Selbsthilfegruppen von Alzheimergesellschaft und Alzheimerforum zu kontaktieren. Die gibt es recht häufig und die Alzheimer-Angehörigen haben ähnliche Probleme.
Guten Tag,
mit großem Interesse habe ich Ihren Bericht gelesen. Endlich trifft mal einer den Nagel auf den Kopf. Meine
Mutter ist seit 5 Jahren an morbus pick erkrankt und wird im Oktober 62 Jahre alt. Wir - meine Schwester und ich - haben dasselbe Schreckensszenario hinter
uns und wahrscheinlich das noch schlimmere vor uns.
Die Krankheit wurde bei meiner Mutter recht schnell als morbus pick definiert, da ein Neurologe der Uni-Klinik
Freiburg sich insbesondere mit dieser Krankheit seit Jahren beschäftigt. So wurden wir ohne große Worte und realistisch auf das vorbereitet was Sie so
detailliert in Ihrem Bericht wiedergeben. Infos über diese Krankheit haben wir ebenfalls via Internet aus den USA bekommen. Das Schlimmste ist die Ohnmacht
und Hilflosigkeit. Wie auch in Ihrem Fall sind die "guten Freunde" weggeblieben und die "lieben Verwandten" immer sehr beschäftigt.
Erschwerend hinzu kommt, daß auch unser Vater schon verstorben ist und wir - jede für sich - einen anspruchsvollen Job zu erledigen haben. Bis vor einem
Jahr habe ich noch 8 Std./Tag in der Firma verbracht. Da wir unsere Mutter nicht mehr alleine lassen konnten, arbeite ich nun seit dieser Zeit noch
4 Std. in der Firma und tätige den Rest von zuhause. Ich arbeite im Vertrieb einer Kunststoffspritzerei und kann am Nachmittag die Telefonate mit dem Ausland
gut von zuhause aus führen. Zeit für Hobbys und sonstige Dinge (Essen gehen, Theater etc.) bleibt kaum noch, da man ja immer gewähr bei Fuß stehen muß.
An Urlaub oder Reisen ist nicht zu denken. Dennoch freue ich mich immer wenn ich gegen 13:00 Uhr heim komme und mich meine Mutter anlächelt, wir dann
zusammen essen und sie am Nachmittag die alten Lieder der Wunschbox im SWR-TV mitsingt. Über weiteren Kontakt mit Ihnen würde ich mich sehr
freuen. Ich möchte an dieser Stelle betonen wie wichtig es ist, Informationen und Erfahrungen auszutauschen oder auch "nur" mit jemandem zu reden.
Meine Fragen an Sie wären noch:
Nimmt Ihr Vater das Aricept? Wenn ja, denken Sie, daß es hilft. Ist Ihr Vater in einer Tagespflegestätte? Wenn ja, wie sind Ihre Erfahrungen.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie weiterhin viel Kraft und Verständnis (Egoistisch wie ich bin, wünsche ich mir
dieses an gleicher Stelle) und freue mich auf Ihre remail.
Arizept: Nein, nicht mehr. War wie unter Medikamente beschrieben nur teuer, half aber nicht merklich. Tagespflege: Ja, er war lange Zeit dort. Und das war eine große Erleichterung für meine Mutter. Das Aus kam dann, als der Pflegeaufwand dann dem entsprach, was auch laut Vertrag bezahlt wurde. Dann wurde mit fadenscheinigen Gründen von der Einrichtung gekündigt. --> Ich nehme mir fest vor einen Artikel darüber zu schreiben. Aufgemerkt: Hier geht die Erkrankung wesentlich langsamer voran, als bei meinem Vater. Die Leserin führt dies auch auf den Einsatz eines speziellen Strahlungsgeräts zurück. --> Link besorgen !
Sehr geehrter Autor, Ich habe eine Frage zu dem von Ihnen genannten Präparat Axura, welches ich nicht in der roten Liste gefunden habe. Da ich ebenfalls gerne diese Therapie mit dem behandelnden Arzt besprechen möchte, meine Frage, ob es ggf. nicht in Deutschland zugelassen ist? Antwort von meiner Mutter: Sehr geehrte Frau ...!
Sehr geehrter Author,
Sehr geehrter Author,
Guten Tag Mein Name ist ... und ich bin ein wenig überrascht "soviel" über Morbus Pick im Internet gefunden zu haben.Ich hatte das letzte Mal vor ca.1,5 -2 Jahren im Net gesucht und so gut wie nichts gefunden,vielleicht war es ja auch die falsche Suchmaschine,damals. Möchte ihnen gerne meine Erfahrungen mit der Krankheit schildern.Vielleicht ist ja noch etwas hilfreiches für andere dabei. Eigentlich geht es wohl um 2 Krankheitsfälle in einer Familie,wobei der erste nicht mehr belegt werden kann. Bei den Erkrankten handelt es sich um meine Ehefrau (heute 39 Jahre)und ihren bereits vor Jahren im Alter von 33 Jahren verstorben Bruder, bei dem Morbus Pick nicht festgestellt wurde.Im nachhinein gehen die Ärzte jedoch auch bei ihm von Morbus Pick aus. Wann die Krankheit bei meiner Frau ausbrach ist nicht so genau zu sagen,es sind so ca.4 Jahre.Zu dieser Zeit meine ich mich zu erinnern begannen ihre Veränderungen. Zu dieser Zeit gab es einige Dinge in unserem Leben,auf die ich zunächst diese Veränderungen in ihrem Wesen schob,z.B.Krebstod ihres anderen Bruders, Probleme mit ihren Eltern. Aus einer sehr hübschen, aktiven Frau und liebevollen Mutter wurde nach und nach eine Frau, die sich,ihre Kinder und den Haushalt immer mehr vernachlässigte. Wenn ich abends vom Dienst kam,hatte Sie die meiste Zeit antriebslos im Bett verbracht.Sie sprach häufig von Kopfschmerzen,ich kann aber heute nicht sagen,ob es immer welche waren oder manchmal nur Ausreden. Wir besuchten einen Neurologen wegen der Kopfschmerzen, meine Frau kam in die sogenannte Röhre (CT). Der Arzt stellte aber nur eine ungefährliche Ziste in ihrem Kopf fest (hatte ihr Bruder auch). Es begann eine schwierige Phase, da ich nun immer mehr mich abends um Sie, die Kinder, Wäsche und Haushalt kümmern mußte. Auch kam der Tod ihres anderen Bruders und der meines Vaters hinzu. Sie begann Ihre Fingernägel abzukauen, große Löcher in Pullover, Jacken usw. zu beissen. Sie aß auch mehr und öfter,während eines Urlaubs im Ausland verschwand sie für Stunden im Hotel, ohne mir hinterher sagen zu können wo überall Sie war. Auf meine Fragen warum sie vieles tut, bzw. nicht mehr tut, konnte Sie mir nicht antworten, sagte nur "Ich weiß es doch auch nicht" und versprach Besserung. Ich dachte erst, dass meine Frau eventuell an Depressionen litt, passiert bei Frauen in dem Alter wohl mal. Ich drängte Sie immer mehr zum Besuch eines Fam.-Therapeuten, was Sie jedoch immer sehr heftig ablehnte. Sie kümmerte sich selbst kaum noch um die Kinder, wirkte distanziert ihnen gegenüber, die das überhaupt nicht verstanden. Ich ja auch nicht. Es begann nun, dass Phasen von antriebslosem Liegen im Bett mit Phasen von gr.Bewegungsdrang wechselten. Lag Sie eben noch im Bett, fuhr Sie Minuten später mit dem Kick-Roller unseres Sohnes durch die Wohnung. Auch ihre Hemmschwelle setzte sich herab. Wenn ich zur Arbeit ging, begann Sie oft damit sich zu streicheln,auch die zufällige Anwesenheit der Kinder störte sie dann nicht. Ich schaffte es dann doch mit ihr zu einer Therapeutin zu gehen. Nach 2,3 Gesprächen schlug Sie eine Psychosomatische Kur in der Habichtswaldklinik in Kassel vor. Diese Kur dauerte 6 Wochen, in denen ich auch mehrmals zu Gesprächen mit dem Therapeuten war. Nach den 6 Wochen sagte er nur, er kommt nicht an meine Frau ran und wisse nicht was Sie hätte. Wieder bei der Therapeutin angelangt, meinte diese, jetzt wisse sie auch nichts mehr und überwies meine Frau an einen Neurologen und Psychiater. Nach wiederum 2-3 Gesprächen schickte dieser meine Frau nun in die Private Nervenklinik des Dr... , wo meine Frau auch heute lebt. In dieser Klinik sah sich ein Arzt ihre CT-Bilder nochmals richtig an und stellte eine Schrumpfung der Hirnlappen fest, liess dies nochmal von einem Hirnspezialisten prüfen und teilte mir dann das Ergebnis mit. Er meinte das würde er nur von Alzheimer Patienten kennen. Nun folgte ein nochmaliger 1 wöchiger Aufenthalt in der Uni-Klinik Göttingen, bei einer Alzheimer Spezialistin. Dort wurden u.a.Nervenwasser Untersuchung, das Spritzen von Kontrastmittel (um zu erkennen,was im Hirn überhaupt noch durchblutet wird) usw. vorgenommen. Danach stand das Ergebnis Morbus Pick fest. Unser damaliger Neurologe sprach danach von ähnlichen Ahnungen, die er vorher hatte, da er schon mal einen Creutzfeld Jacob Erkrankten behandelte. Er versuchte mich auf das folgende vorzubereiten, auch dass ich mich um die Betreuung, einen Heimplatz früher od. später, usw. kümmern müßte. Von nun an wurde das Zusammenleben zuhause wieder etwas entspannter, man konnte besser mit dem was meine Frau tat umgehen. Meine Tochter (heute 18 ) behandelte ihre Mutter jetzt nicht mehr mit Unverständnis oder wie manchmal sogar mit etwas Wut darüber, was ihre Mutter mal wieder getan hatte. Der Zustand meiner Frau wurde jetzt recht schnell schwierig, sie nahm nachts meinen Autoschlüssel, fuhr wohl mit dem Auto rum, was ich am nächsten Morgen an Beulen feststellte. Also versteckte ich jeden Abend den Schlüssel. Sie bekam Aussetzer, wie es unser Arzt nannte, schmiß volle Tassen hinter unserer Tochter hinterher, schnitt mit einem Messer dem Jungen über die Hand und aß manchmal bis Sie erbrechen mußte. Versuchte ihr eine, ja fast Aufsicht, zur Seite zu stellen,wenn ich zur Arbeit war. Anfangs kamen Fam.-Angehörige, die Tochter, Nachbarn sahen mal nach ihr. Das war leider nicht genug, also eine Profi-Betreuung. Bekam mittlerweile etwas Pflegegeld, aber es gab niemanden der meine Frau längerfristig betreuen wollte. Sie war körperlich ja auch noch voll fit, setzte ihre Wünsche notfalls aggressiv durch. Auch für die Kinder wurde es immer schwieriger,meine Frau zog sich nackt vor dem damaligen Freund meiner Tochter aus und begann zu mastubieren. Versuchte nachts unseren Sohn zu wecken, um mit ihm erst zu toben, ihm dann aber nach 10 Min.handfest zu zeigen, dass sie keine Lust mehr zum toben hatte. Bei unseren regelmäßigen Arztbesuchen legte mir der Arzt immer stärker nahe mich langsam um einen Pflegeplatz zu bemühen, auch schon wegen der Kinder. Es ging soweit, dass er drohte bald von sich aus was zu unternehmen. Schließlich willigte ich ein, auch wenn es brutal od. herzlos klingt, aus meiner heutigen Sicht, vielleicht sogar etwas spät. Es tat unheimlich weh. Der Arzt sagte wörtlich, "Ihrer Frau kann ich nicht mehr helfen, aber ich muß Sie und die Kinder schützen". Ein halbwegs passendes Heim wurde zum Problem, der Arzt überwies meine Frau erstmal in das Landeskrankenhaus Königslutter für Psychatrie u.Psychotherapie. Dort sollte sie nochmals besser auf ihre Medikamente eingestellt werden und es sollte Zeit gewonnen werden, bis ein passender Platz für Sie gefunden wurde.Die dortige Sozialarbeiterin half auch sehr bei der Suche, es dauerte jedoch 3 Monate bis wir etwas fanden. Es waren weder Pflegeheime noch andere z.B. Behinderteneinrichtungen für eine Aufnahme bereit. Auch wollten wir kein Altenpflegeheim, obwohl zum Ende der Suche wir auch diese einbezogen. Anfangs hieß es immer, "Ja,wir können ihre Frau aufnehmen, senden sie uns mal die Akten". Als diese dann gelesen waren, lehnte man es immer ab. Oft mit dem Hinweis auf das Alter meiner Frau. Bis wir es dann in der Privat-Nervenklinik des Dr.... probierten. Eigentlich gib es dort keine Pflegeabteilung, jedoch eine geschlossene Abteilung für langjährige Fälle, also nicht nur ältere Patienten. Meine Frau lebt dort nun seit 2 Jahren. Soweit es sich beurteilen läßt, wohl auch recht zufrieden. Vor ca.1 Jahr bekam Sie eine Sonde zur künstlichen Ernährung, da Sie weder trank noch aß. Da sie hin und wieder über Zahnschmerz klagte, ließ ich ihr unter Vollnarkose die Zähne behandeln. Seit dem ißt Sie wieder allein, allerdings trinkt sie nicht mehr, läßt alles wieder aus dem Mund laufen oder kippt es auf die Erde. Das Personal dort kümmert sich gut um meine Frau, sie ist nur fixiert, wenn es wirklich sein muß (z.B. während des Tropf, oder bei einer Verschlimmerung ihres Zustandes bis dann andere, bzw. stärkere Dosen wirken). Sie griff eine zeitlang in ihre Windel und verschmierte es dann. Ist aber jetzt nicht mehr der Fall. Kann nur leider nicht mehr mit ihr in ein dortiges Patienten-Cafe gehen, da sie ständig Getränke und Speisen der anderen Gäste haben will und sie auch nimmt. Sie selbst möchte es auch neuerdings nicht mehr, es reicht ihr ein Garten an ihrer Station, überhaupt erträgt Sie uns nicht mehr so lange. Nach ca.20-30 Min. ist ihr Bedarf an Gesellschaft erfüllt. Wenn Sie mich oder die Kinder sieht, lächelt Sie sehr, steht aus ihrem Sessel, in dem sie die meiste Zeit verbringt, auf und kommt auf uns, vielmehr auf die Tasche mit mitbringsel für sie, zu. Nun interessiert nur noch der Inhalt der Tasche. Ist der verzehrt, schafft sie es meist nicht mehr eine ganze Zigarette mit uns zu rauchen. Von allein raucht sie nicht mehr,aber wenn wir da sind schon. Nun ist sie unruhig, geht hin und her, streichelt uns mal über das Gesicht od. schlägt sehr selten mal zu. Wenn man sie bittet, sich doch nochmal zu einem zu setzen, nützt das nichts, auch reden tut sie kaum noch und wenn dann, höchstens leise, und meist unverständliche Laute. Ihr Drang reinzugehen,in ihren Sessel wird nach ca.20 min so stark, dass sie einen sitzen läßt und losgeht. Dann gehe ich mit, sie nimmt mich in den Arm,verlangt hin und wieder nach einem Kuss, aber weiß mein Alter nicht mehr. Auf meine Frage nach einem Blumenstrauß auf ihrem Nachtschrank, sagte sie "von meinem Mann". Den Strauß hatte ihre Freundin Tage vorher mitgebracht. Ich habe das Gefühl, sie spürt und weiß, dass bestimmte Menschen zu ihr gehören, ohne genau zu wissen, wer die Menschen genau sind. Manchmal ist es besser, manchmal schlechter bei den Besuchen. Nach ca.30 Minuten bringt sie einen zur Tür, mal mit, mal ohne Küßchen, dreht sich um und geht, bzw.schlurft zum Sessel, ihr Gang hat sich sehr verändert, wurde aber schon damals in der Uni-Klinik vorausgesagt. Ich habe versucht Informationen über eine eventuelle Vererbung der Krankheit zu bekommen,leider sagt jede Klinik od. jeder Arzt etwas anderes, von nicht, über leicht, bis vererbbar. Kann auch event.mit Info's über Erlebnisse mit dem Sozialamt (der Heimplatz ist mit Pflegegeld usw. nicht bezahlbar) helfen. Ich hoffe, ich habe Sie mit meiner Schilderung nicht zu sehr beansprucht. MfG... Erschütternd, dass die Frau hier noch so jung ist. Entsprechend vital ist sie ja auch noch, so dass alle Verhaltensauffälligkeiten noch extremer ausfallen. Ich hab eine Weile mit mir gerungen, die Zuschrift überhaupt zu lesen. Ich bin selber erst 36 und möchte mich nicht darauf vorbereiten, dass es vielleicht schon bald losgehen könnte. Doch bei den meisten Zuschriften werden Patienten im Alter zwischen 50 und 65 geschildert. Und außerdem sei noch mal darauf verwiesen: Häufung in Familien (also erblich bedingt) kommt vor, ist aber nicht die Regel. Und selbst wenn man den Gendefekt beizeiten feststellen könnte, so muss er doch nicht zwangsläufig zur Krankheit führen. Also liebe Verwandten von Pick-Kranken: Leben Sie Ihr leben etwas bewusster. Wir gehören zu einer Risiko-Gruppe, aber wen es wirklich trifft, bestimmt die Lotterie des Schicksals. Pessimismus hat keinen Sinn.
Hallo
Mein Name ist ... , bin 26 Jahre alt und wohne in der Nähe von Würzburg . Bei meinem Vater (51) wurde vor 2
Jahren Morbus Pick diagnostiziert. Leider gibt es über diese Krankheit kaum Informationen und die Ärzte wissen darüber auch nicht sehr viel . Jetzt beschäfftigt
mich seit Monaten eine Frage. Inwieweit ist diese Krankheit vererbar ?
In unserer Familie ist das der erste Fall einer Demenz.
Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Sie mir darüber ein paar Infos senden könnten.
Mit freundlichen Grüssen ...
Siehe voriger Brief und Kapitel Krankheit.
Guten Tag, lieber Autor, angeregt durch Ihre für uns (meine Mutter und mich) äußerst hilfreichen und informativen Seiten, nehme ich erstmals auf diesem Wege Kontakt zu anderen Betroffen auf. Durch die Ausführungen über Ihren Vater wurden meine Mutter und ich erst einmal mit den Tatsachen der Diagnose meines Vaters (Frontalhirnatrophie, Verdacht auf Morbus Pick) konfrontiert und konnten klarer sehen. Obwohl der Neurologe uns die Fakten genannt hatte, konnten wir mit diesen nicht umgehen, wahrscheinlich weil wir immer noch die Ursachen der Verhaltensabsurditäten im psychischen Bereich, in der Persönlichkeit meines Vaters suchten. Und wahrscheinlich auch, weil die Erklärungen zu abstrakt waren und man sich ziemlich allein gelassen fühlte. Nach einem Aufenthalt meines Vaters in einer neurologischen Spezialklinik auf einer beschützenden Station, mit Kognitions- u. Verhaltenstraining sind wir uns der Pflegebedürftigkeit und der ständigen Aufsichtsbedürftigkeit meines Vaters bewusst. Wir stellten soeben den Pflegehilfeantrag. Meine Mutter hat die Betreung meines Vaters vom Amtsgericht erhalten. Leider sind Ihre Ausführungen zu den Themen "Pflegestufen" und "Besuch vom medizinischen Dienst" noch in Vorbereitung. Deshalb wollte ich Sie hiermit um praktische Tipps oder Erfahrungsaustausch ersuchen. Über eine Nachricht von Ihnen wäre ich sehr dankbar, mit freundlichen Grüßen M. Adel (mein Vater ist 57 Jahre alt und befindet sich seit 3 Tagen in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung auf Grund seines selbstgefährdenden Verhaltens) Antwort von meiner Mutter: Ich gehe mal davon aus, daß man Ihnen im Krankenhaus empfohlen hat, die Pflegestufe zu beantragen. Den Antrag stellen Sie formlos an die Krankenkasse Ihres Vaters. Mit der Antragsbestätigung kommt dann der Hinweis auf den beauftragten Besuch des medizinischen Dienstes. Dieser Besuch wird dann wieder schriftlich angekündigt und Sie können sich darauf vorbereiten: Bei uns wurden 10 Tage Pflegetagebuch verlangt. Auch wenn das nicht verlangt wird, machen Sie sich bitte mal mehrere Tage über den Tagesablauf und die von der betreuenden Person benötigte Zeit Notizen. Für den MKD sind die Zeiten sehr wichtig. Aber nicht die Zeiten professioneller Pfleger, sondern Ihre Zeiten. Betreuung und Beaufsichtigung wird von der Pflegekasse nicht honoriert, sondern nur Grundpflege direkt am Patienten. Dazu gehört: Wecken, Aufstehen, ausziehen, ins Bad begleiten, waschen, duschen, abtrocknen, Zähne- Mundpflege, Rasieren, Anziehen........ und in dieser Ausführlichkeit mit Zeiten unterlegt. Meine Vorbereitung auf den letzten Besuch des MKD hänge ich Ihnen auch mit an. (siehe Pflegetagebuch) Üblich ist es, daß dann die Pflegestufe , wenn bestätigt, ab Antragstellung gilt. Haben Sie für Ihren Vater einen Schwerbeschädigten Ausweis beantragt? Bei dementiellen Erkrankungen wird das als 100% Erwerbsminderung gewertet. Man bekommt für den Grad der Behinderung Kennzeichen H hilfsbedürftig G gehbehindert ( d.h. nicht allein im Straßenverkehr) Diese Kennzeichen bewirken: KfZ Steuererlaß, Fahrpreiserlaß für den Behinderten und den Begleiter, Befreiung von Rundfunk- und Fernsehgebühren, Sozialtarif der Telekom ( mtl 6,94 € der Grundgebühr). Heben Sie sich alle Rechnungen von Pflegediensten für in Anspruch genommene Hilfen auf und beantragen Sie noch bei der Krankenkasse des Patienten die Zuerkennung der Leistungen aus dem Pflegeergänzungsgesetz. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und weiterhin starke Nerven Author: fest versprochen: Wir kümmern uns demnächst um die Vervollständigung der Seiten Pflegestufen, Pflegedienste und Recht.
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